Gebrauchsspuren

 

Spuren durch den Gebrauch (Verschleiß)

Am Rand des Medaillons kommt es häufig zu einem Abrieb durch häufiges Polieren des Schlosses (verputzt).

Durch die doch recht geringe Wandstärke sind viele Medaillons eingebeult. Schlösser ohne Eindellung oder Verputzung sind ehr selten zu finden.

Der Zweidorn und der Bolzen kann durch den starken Gebrauch verbogen sein.

Der Zweidorn zeigt bei viel benutzten Koppelschlössern oft nach oben. Dies geschieht durch das Gewicht der Ausrüstung, die am Koppel befestigt sind und diese somit nach unten ziehen.

Die Seitenenden sind sehr oft nach innen gebogen. Das Koppelschloss selber kann sich dadurch bedingt etwas nach außen auswölben. 

Dort, wo der Koppelhaken befestigt wurde kommt es zwangsläufig zu einem metallischen Abrieb, der mit zunehmenden Gebrauch stärker auftreten wird. 

Ein weiterer Abrieb entsteht an der Oberseite des Hakens durch den Koppelriemen, dieser führt zu einer Anphasung des sonst runden Hakens.

Der  Hakenfang kann sie über die Jahre nach aussen biegen. 

Durch das Ein- und Aushaken des Koppels ergeben sich Längsrillen.
Dies ergibt sich bei Aluminiumschlössern besonders schnell, insbesondere, wenn sie an einem Koppel mit Eisenhaken getragen wurden.

Der Koppelhaken hat die dünne Rückwand des Koppelschlosses eingedellt und Längsrillen hinterlassen.

Bei wirklich getragenen Eigentumsstücken aus Aluminium ein üblicher und zwangsläufiger Verschleiß.

   

Spuren durch den Gebrauch (Verschleiß durch den Lederriemen)

Das Lederkoppel hat hier die Innenseiten des Schlosses berieben und die Farbe abpoliert.

 

   

 Alterung durch Oxidation/ Patina

 

Dieses Schloß ist aus Messing. Im Laufe der Jahre ist es fast schwarz. Sogar das Medaillon aus Neusilber trägt diese Färbung. 
Vermutlich zu Verkaufszwecken wurde das Schloß leider kurz mit Stahlwolle anpoliert.



Anmerkung:
Gereinigt bei den preussischen Modellen zu sehen.

Auch auf der Rückseite ist eine dicke schwarze Oxidschicht zu sehen. 
Die Lötstellen sind matt und grau, ohne jeden metallischen Glanz.

In den Ecken haften oft  Oxidspuren, wie diese grüne Patina. Ein Kupferoxid, welches sich sehr langsam bildet und durch die Verbindung mit CO2 entsteht. Die Bildung wird durch Gerbstoffe im Leder zusätzlich begünstigt. 
Da
Messing und insbesondere Tomback eine Legierung mit Kupferanteil ist, sind solche Spuren bei älteren Stücken zu finden.
Leider kann Patina auch künstlich erzeugt werden und ist deshalb kein zwingender Indikator für Echtheit.

Bei diesem sächsischen Koppelschloss aus Hartzinn ist deutlich zu sehen, daß die Rückseite des Medaillons ebenfalls angelaufen ist. Bei Kopien ist dies nicht der Fall. Häufig befindet sich darin ein Staubschicht, Stoffreste oder bei Dachbodenfunden sogar Reste toter Insekten. 

Auch hier ist die Medaillonrücksseite deutlich angelaufen. 

Der Koppelschlosskörper selber trägt eine gleichmäßige dunkelrote Patina.
Aluminium ist ein sehr schnell oxidierendes Metall. Im Gegensatz zu Eisen oder Messing versiegelt die Schicht aus Aluminiumoxid (Al2O3) jedoch die Oberfläche und verhindert eine  weitere Korrosion des Metalls. 
Dieser Mechanismus funktioniert meist bei Stücken die lange im Boden liegen nicht. Lokale Elemente am Aluminium verhindern die Versiegelung und es kommt zu Lochfraß. Dies ist Typisch für Bodenfunde.

 

 

 Reparaturstellen

 

Hier wurde der Bolzen durch einen Nagel ersetzt.

Bei Bodenfunden ist der Eisenbolzen im Messingzweidorn oft sehr stark angegriffen.

 

 

 

 Eigentümerkennzeichnungen/ Regimentsbestempelungen

Dieses Schloß wurde durch einige Eigentümer markiert. 
Sichtbar wurde diese Markierungen erst nach einer Entfernung der alten Oxidschicht.

Regimentsbestempelungen.

Kapitel: Regimentsbestempelungen

 

 

 Abrieb an der Lederlasche

 

Am Ende der Lederlasche ergibt sich oft ein die Kante entlanglaufender Abrieb. In dieser Zone ist das Leder glatt, ansonsten ist die Unterseite meist rauh. 

Eine getragene Lederlasche ist häufig gekrümmt. Die Herstellerbezeichnung oft nicht mehr leserlich. 

Die Nähte sind durch den Gebrauch etwas glatt gerieben. An der Lasche ist eine Oxidschicht haften geblieben. 

Diese grünliche Patina findet sich auch oft zwischen Lederlasche und Zweidorn.

 

 
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