Modelle bis 1945

 

Im Laufe der Zeit kommt es zu einigen Änderungen der militärischen Koppelschlösser in Format und Ausführung. In der Literatur ließt man oft M48, M95 und M15 (M16), dabei wird sich auf die jeweiligen Einführungsdaten bezogen. Die Eisenvariante des Ersten Weltkrieges setzt sich genaugenommen aus  M15 und M16 zusammen (siehe unten). Die Bezeichnung "Eisen" hat sich allgemein durchgesetzt, obwohl "Stahl" die richtigere Bezeichnung wäre. 
Von 1936-1945 gibt es Unterschiede in den Einführungsdaten bei Wehrmacht und Luftwaffe, für genauere Informationen bitte in der entsprechenden Rubrik nachsehen. Die angegebenen Masse können im Original leichten Abweichungen unterliegen.

Eigentumsstücke unterscheiden sich meist in den Abmaßen. Gerne wurde bis zum 1.WK Tomback verwendet oder auch ein anderer Verschlußmechanismus benutzt. Das Medaillon ist oft kleiner.
In der Zeit bis 1945 zeichnen sich Eigentumstücke meist dadurch aus, das sie nicht durchgeprägt, sondern Zweiteilig sind.

  

§ 56 preuß. Bekleidungsvorschrift von 1903

3.Schloss
6,2 cm lang und innen 4,5 cm breit, von 1 mm starkem Messing mit neusilbernem Schild, worauf die Krone mit der Umschrift „GOTT MIT UNS“ aufgelötet ist. Das Schild der Krone ist 0,4, mm stark und hat einen Durchmesser von 4,2 cm. – Auf der Innenseite eine Öse für den Schließhaken sowie ein beweglicher, mit zwei Schnalldornen versehener Steg; an letzterem ein „Widerhalt“ aus lohgarem, naturfarbenem Leder für die rechte Patronentasche bzw. deren linke Schlaufe. [...]

 

Modell 1848, M 48

Älteres preuss. Stück mit 4 Lötstellen.

Württembergisches Schloss mit 3 Lötstellen. Anmerkung: Dieses württemb. Schloß gab es erst ab 1871.

Masse: 50 x 65 mm

Als erster der deutschen Staaten führt Preußen 1847 das "Kastenschloß" ein. Die Einführung geht zurück auf eine "Allerhöchste Kabinetts-Ordre" durch König Friedrich Wilhelm IV vom 07.Oktober 1847. 

Später wird das Format und Aufbau von vielen anderen dt. Ländern in adaptierter Form übernommen.

 

 

 

Modell 1895, M95

Masse: 47 x 63 mm

Im Jahre 1895 wird das Koppelschloß verkleinert. Das neue Maß wird bis in das Jahr 1990 in Deutschland eingesetzt:

In der Reichswehr, in der Wehrmacht und schließlich in der NVA! Sogar in der Bundeswehr gibt es zunächst ein Schloß in diesem Format, welches 1967 durch ein völlig anderes, "traditionsloses" ersetzt wird.

 

 

Modell 1914, M14

Masse: 47 x 63 mm

Kurz nach Ausbruch des Krieges erwiesen sich die blanken Koppelschlösser als zu auffällig. Bereits 1914  wurden sie im Kgr. Bayern "abgeblendet" und mit feldgrauer Farbe lackiert. Mit der Einführung der Eisenschlösser verschwand dieser Behelf wieder.
Die Bezeichnung M14 wird allgemein nicht verwendet.

 

 

Modell 1915, M15 - M16

Masse: 47 x 63 mm

Kurz nach Ausbruch des Krieges erwiesen sich die blanken Koppelschlösser als zu auffällig. Bereits 1914  wurden sie z.T. "abgeblendet" und mit feldgrauer Farbe lackiert (s.o.). 
In Sachsen wurden 1915 Schlösser in Hartzinn hergestellt, die sich jedoch als zu weich erwiesen.
Auch um Buntmetall zu sparen, wurde ab Januar 1915 nur noch Eisen/ Stahlblech verwendet. Zunächst verzinkt mit feldgrauer Farbe, dann ab März 1916 aus 1mm Stahlblech und farblosen Rostschutzlack.


1915 - aufgelötet oder durchgeprägt
Eisenzweidorn aufgelötet


1915 - durchgeprägt, Eisenzweidorn in "rohartig zugerollte Steghülse" eingefaßt

 

 

 Kavallerie

Masse: 65 x 50 mm (M48)
               58x 45 mm  (M95)

Bei dieser besonderen Art wird seitlich ein Haken eingehangen. So bleibt eine "Schnallenoptik" bestehen, das Koppelzeug kann jedoch einfach und schnell ausgehangen werden. Getragen wurde dieses Modell von der Kavallerie und den Feldartillerieregimentern (Die sächsischen FA-Regimenter trugen meist das Infanteriekoppel).

Es gibt auch hier ein M15 in Eisen und eine Ausführung in Neusilber.

Truppengattung
Dragoner, Kurassiere
Jäger zu Pferde
hess. Dragoner
sächs. schw. Kav

Koppelzeug
weiß
braun
Infanteriekoppel 
Infanteriekoppel
 

 

 

Modelle für Kinder

Masse: 47x 58 mm (hier) 

In einer Zeit in der Militarismus in der Bevölkerung weit verbreitet war, galt es auch für Kinder als chic, eine Uniform zu tragen.
Für diese Kinderuniformen wurden dann originalgetreue, aber im Format kleinere Schlösser angeboten.
Solche Schlösser sind recht selten geworden und werden gerne mit den üblichen Modellen verwechselt.

 

 

Modell 1925, M25

Masse: 47 x 63 mm

Zu Beginn der Reichswehr wurde ein "Kavalleriegürtel" getragen. Die Truppenstärke ist gemäß Friedensvertrag auf 100.000 Mann begrenzt. Für die Marine gibt es eine Messingvariante. 

Ab Februar 1925 wird in der Reichswehr wieder das Koppelschloss eingeführt. Es trägt die preußische Devise GOTT MIT UNS. Die Krone ist durch den Adler der Republik ersetzt.

 

 

Modell 1936, M36

Masse: 47 x 63 mm

Die Wehrmacht verwendet nach der Machtergreifung 1933 weiterhin das Koppelschloss der Reichswehr. 

Erst mit Verfügung vom 24.01.1936 und mit der Remilitarisierung Deutschlands einhergehend, wird das neue Koppelschloss eingeführt. Die Devise GOTT MIT UNS bleibt erhalten. Jedoch wird der neue Reichsadler eingesetzt, der das Hakenkreuz in beiden Fängen hält. Für die Luftwaffe gibt es ein eigenes Modell. Die Schlösser sind bis etwa 1940/41 aus Aluminium. Danach wird Leichmetall knapp und man greift auf Stahlblech zurück.

Modell 1941, M41

Masse: 47 x 63 mm

Um wertvolles Aluminium zu sparen wird ab etwa 1941 auf durchgeprägtes Stahlblech ausgewichen, welches dann in unterschiedlichen Farben lackiert wird. Ab dem 28.03.1942 entfiel dann auch die Lederzunge an den Schlössern.

   
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