Umbauten

 

Es können grundsätzlich zwei Arten von Umbauten unterschieden werden:

1. Privater Umbau 
    - für die offizielle Verwendung, z.B. Freikorps, Polnische Armee
    - für den privaten Gebrauch, z.B. Entnazifizierungen

2. Fabrikmäßige Umarbeitung
    - für die offizielle Verwendung, z.B. Änderung der Vorschriftenlage, Nachkriegspolizei
    - für den privaten Gebrauch, z.B. Nachkriegsumbauten   

Ein weiteres interessantes Gebiet ist das Feld der sog. "Partisanenschlösser", die aus umgebauten Wehrmachtsschlössern bestehen und in Russland getragen worden sein sollen und mittlerweile für Touristen gefertigt werden.
 

1. Privater Umbau

Dieses Schloss soll nach Angabe des Verkäufers von einem Mitglied eines Freikorps getragen worden sein. Das neue Medaillon ist sehr massiv.

   

Eine schöner Umbau, der eine Kartuschkastenauflage zeigt, die auf ein Koppelschloss aufgelötet wurde. Die Verwendung ist unbekannt.

   

Einem Koppelschloss der Wehrmacht wurde der Adler entfernt, um anschließend einen Knopf einzulöten. Die Ausführung ist sehr genau, sodass es sich auch um eine fabrikmäßige Fertigung handeln könnte.
Die Verwendung ist unbekannt.

 

 

Die ersten Polizeitruppen mußten auf Wehrmachtsschlösser zurückgreifen. Dieses wurde in Bayern getragen. Das Edelweiß ist mit Nägeln befestigt worden. Ähnliche Stücke gibt es auch aus Sachsen, hier wurde dann eine Kokarde mit sächs. Landeswappen aufgeklammert. 
Später wurde das Edelweiß in das Schloß in einer fabrikmäßigen Version eingeprägt.

 

 

Dieses Koppelschloß aus Eisen ist unverkennbar bearbeitet worden.  Der rote Stern der Roten Armee wurde kunstfertig aufgelötet. Das Koppelschloß wurde vermutlich  verkehrt herum getragen. Herkunft dieses Schlosses ist Sachsen gewesen.

Solche Varianten sind ungewöhnlich und selten, der Verwendungszweck ist nicht bekannt. 

 

 

Ein Koppelschloss aus Polen, welches zu Beginn der Nachkriegszeit getragen worden sein soll. Die preussische Devise "Gott mit uns" wurde entfernt. Der Knopf zeigt das polnische Wappen und wurde mit einem Nagel auf der Rückseite fixiert.

 

 

Auf einigen US-amerikanischen Seiten werden solche Schlösser als von sowjetischen Partisanen im Widerstandskampf getragene Schlösser angeboten. Dieses hier soll in  Russland gekauft worden sein. Auf einigen Bildern von serbischen Partisanen erkennt man tatsächlich, daß diese WH Koppel getragen haben. Somit erscheint es zumindest möglich, daß es solche Schlösser gegeben hat. Das fast jeder solche Stücke herstellen kann, sollte jedoch immer bedacht werden. 

Ein weiteres Beispiel.
Hier wurde ein Koppelschloss der Reichswehr abgeschliffen und mit einem Stern modifiziert. Auch hier ist die Verwendung nicht bekannt.

Dieses Schloß ist aus der Ukraine und soll von ukrainischen Truppen, die in der Wehrmacht  gekämpft haben, stammen. Später haben diese Truppen als Partisanen weiter gegen die Rote Armee gekämpft.

Es zeigt den ukrainischen Dreizack mit dem Spruch :

Für Ukraine und Freiheit

mehr Infos zu diesem Thema: <link>

 

 

2. Fabrikmäßige Umarbeitung

   

Dies ist ein Beispiel für die gesuchten "Transitionals". Aus einem Koppelschloss des Deutschen Turnerbundes wurde durch Ausstanzen des alten Medaillons und anschließendem Aufklammern des Neuen ein Koppelschloss der Wehrmacht gefertigt.
Solche Varianten sind sehr selten und entsprechend gesucht.

Weitere Umarbeitungen von 1933 bis 1945:
DJ zu HJ
RW zu WH
DTB zu WH

Zum Thema Varianten.

 

 

Nach Ende des 2.Weltkrieges wurden militärische Ausrüstungsgegenstände entmilitarisiert und umgearbeitet, aus Stahlhelmen wurden z.B. Nudelsiebe und aus den Griffen von Stielhandgranaten Griffe für Kartoffelstampfer.
Die folgenden Bilder zeigen Koppelschlösser, die für den zivilen Bereich umgefertigt worden sind.

Bei diesem Koppelschloss handelt es sich um ein umgeprägtes Wehrmachts- koppelschloss. Die Brustfedern des Reichsadlers sind noch an den Blüten zu erkennen. Das Schloss wurde anschließend von den Polizeitruppen in Bayern getragen.

   
Ehemaliges Koppelschloss der SS Hersteller: OLC
Ehemaliges Koppelschloss der HJ Hersteller: M4/ 43

 

(c)  S. Janke